Guerilla-Gärtnern: Samenbomben herstellen

Geocachen und Guerilla-Gärtnern sind zwei Dinge, die meiner Meinung nach gut zusammenpassen. Nicht dass ich jeden Lost Place so lange begrünen möchte, bis ein paradiesgleicher Garten aus ihm geworden ist, aber man kommt doch an so mancher Stelle vorbei, der etwas Blühendes gut zu Gesicht stehen würde.
Die einfachste Art zum Guerillagärtner zu werden, besteht darin Samenbomben zu verteilen. Das sind kleine Kugeln aus Ton, Erde und Samen, die trocken und hart sind, sodass sie sich gut lagern und transportieren lassen. Samenbomben kann man gut auf das Gelände werfen, das man nicht betreten kann, oder in schwer zu bepflanzende Spalten ablegen.
Zwar kann man Samenbomben auch fertig kaufen, doch macht es viel mehr Spaß sie selber herzustellen.

Zutaten für Samenbomben

Eine gängige Anleitung dafür lautet, dass man 5 Teile rote Tonerde verwenden soll, 3 Teile Erde oder Kompost, 1 Teil Samen und 1 Teil Wasser. Rote Tonerde ist allerdings nicht einfach zu bekommen und, da sie im kosmetischen Bereich verwendet wird, auch teuer. Irgendwo hatte ich jedoch gelesen, dass man auch Lehmpulver nehmen kann, wie es für Terrarienbewohner angeboten wird. 2,5 kg Lehmpulver terracotta gab es schon für 4,99 Euro. Statt Erde oder Kompost habe ich Anzuchterde genommen, weil die auch mal weg musste. Als Saatgut wählte ich Ringelblumen, weil die halbwegs eine Chance hätten, auf dem von mir ausgewählten Gelände zu überleben und weil ich ihre Blüten, falls es je dazu kommen wird, vom Weg aus leuchten sehen kann.

Das Mischverhältnis

Beim Mischen der Zutaten war ich nicht sehr genau, sondern habe mehr darauf geachtet, dass eine formbare Masse entstand. Es könnte ungefähr auf ein Verhältnis von 2 Teile Lehmpulver zu 1 Teil Anzuchterde hinausgelaufen sein. Ein Problemchen wurde mir erst klar, als ich die Saatguttüte öffnete: Die paar Samen gingen in meinem schönen Lehm-Erde-Matsch komplett unter. Einige Samenbomben sind also als Blindgänger unterwegs.

Formen ließ sich der Matsch sehr gut und trocknete dann innerhalb von zwei Tagen. Mein Bad sah anschließend allerdings aus, als sei eine Ruhrepidemie ausgebrochen … Die Samenbomben sind steinhart geworden, ich bin mir nicht sicher, ob das so vorgesehen war und werde bei den Pflanzen, die ab April ausgesät werden können, weniger Lehmpulver verwenden.


Als dann Regen angekündigt wurde, hagelte es Samenbomben in meine Nachbarschaft und in zwei, drei Monaten wird man sehen, ob die Ringelblumen oder das ausgehärtete Lehmpulver gewonnen haben.

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